Sektionstagung der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft (KWG e.V.)

23.-25. September 2019 auf dem Campus Koblenz

Programm der Sektion „Transkulturelle Lebenswelten“

Panelbeschreibung für die Jahrestagung der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft 2019

Diversität in Organisationen: Kulturwissenschaftliche Zugänge zu Normen, Verhandlungen und Praktiken


In den vergangenen Jahren konzentrierte sich die Arbeit der Sektion „Transkulturelle Lebenswelten“ insbesondere auf Aushandlungsprozesse von Diversität und Alterität in einer Vielzahl von Kontexten, von den künstlerischen zu den medialen, von den wissenschaftlichen zu den politischen, in Alltagspraktiken sowie in historischen Zusammenhängen. Basierend auf der Annahme, dass Diversität und Alterität kontextuell immer neu normiert und verhandelt werden, zielten die organisierten Aktivitäten der Sektion darauf ab, verschiedene Lebenswelten sowie theoretische und methodische Zugänge zu deren Erforschung inter- und transdisziplinär zu vergleichen, Analogien und Synergien sowie Diskrepanzen hervorzuheben und kritisch zu hinterfragen. Die Ergebnisse dieser Arbeit, die in einen Band zu „Diversity and Otherness: Transcultural Insights into Norms, Practices, Negotiations“ (2020 erscheinend bei DeGruyter) eingeflossen sind, zeigen einerseits, dass ein transkultureller Zugang zu Diversität der Vielfalt ihrer Erscheinungsformen und entsprechenden Aushandlungen Rechnung trägt.

Andererseits dass die Entwicklung eines kritischen Wissens und eines methodologischen Instrumentariums (im Sinne eines „Diversity Zugangs“) gerade aufgrund der „radikalen Kontextualität“ kein abschließbares Projekt sein kann. Vielmehr geht es darum, transdisziplinäre Kompetenzen und Praxisanwendungen zu entwickeln, die sich kontextuell als adäquat zeigen, d.h. Machtprozesse erkennen, Möglichkeiten für emanzipatorisches Handeln aufzeigen und Heterogenität statt Vereinheitlichung fördern. In diesem Zusammenhang erscheint insbesondere ein Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis von entscheidender Bedeutung.

Im Panel der Sektion „Transkulturelle Lebenswelten“ auf der Jahrestagung der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft 2019 wird dieser Aspekt von transkulturellen Zugängen in der Erforschung von Diversität weiter auf den Praxisbereich ausgedehnt. Das geplante Panel konzentriert sich dabei insbesondere auf Praktiken, Normen bzw. Standardisierungen sowie Verhandlungen von Diversität in verschiedenen Organisationen in den Bereichen der Bildung, der Künste, der Medien sowie der Wissenschaft. Praktische Anwendungen transkultureller Theorien und Methoden werden daher im Zentrum des Interesses stehen. Weiterhin werden Perspektiven für die nächste Phase der Sektionsarbeit diskutiert und Akzente hierfür gesetzt. Geplantes Format: Einzelvorträge mit einem round table im Anschluss.

Vortragende (in alphabetischer Ordnung)
Dr. Lisa Gaupp (Leuphana Universität Lüneburg)
Dr. Christine Horz (Ruhr-Universität Bochum)
Dr. Margrit Kaufmann (Universität Bremen)
Dr. Johan Kolsteeg (University of Groningen)
Dr. Giulia Pelillo-Hestermeyer (Universität Heidelberg)
Kontakt: lisa.gaupp[at]leuphana.de, giulia.pelillo[at]urz.uni.heidelberg.de

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